Bandura Modell

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Das „Bandura Modell“ im Transformationskontext lässt sich besonders gut als Lern- und Verhaltenslandkarte nutzen: vom ersten Bewusstwerden bis zur verankerten neuen Routine.

Das Bandura Modell bezeichnet zentrale Konzepte von Albert Bandura zur Erklärung, wie Menschen Verhalten lernen, verändern und stabilisieren – vor allem durch Beobachtung, Selbstwirksamkeit und den Einfluss sozialer Kontexte. Im Kern zeigt es: Transformation gelingt nicht nur über Regeln und Prozesse, sondern über Lernen im System aus Person, Verhalten und Umfeld, weil Menschen Muster übernehmen, wenn sie sie sehen, für machbar halten und sozial bestätigt bekommen. Bandura prägte das Verständnis von Beobachtungslernen (Modelllernen): Damit wir Verhalten aus Vorbildern übernehmen, braucht es Aufmerksamkeit, Behalten, Reproduktion und Motivation – also nicht „mehr Kommunikation“, sondern sichtbar gelebte Praxis, die anschlussfähig ist. Für Change Management heißt das: Wenn Führung und Schlüsselpersonen Nachhaltigkeit, Verantwortung und Kundennutzen nur predigen, aber im Alltag anders entscheiden, lernt die Organisation genau dieses „echte“ Muster.  

Ein zweiter Hebel ist Banduras Selbstwirksamkeit: die Überzeugung, schwierige Anforderungen aus eigener Kraft bewältigen zu können. Hohe Selbstwirksamkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen starten, dranbleiben und Rückschläge verkraften – genau das, was nachhaltige Transformation in Zeiten überschrittener Planetarer Grenzen braucht. Im Impact Business Design wird Lernen deshalb als bewusste Reise gerahmt: von „unbewusster Inkompetenz“ über „bewusste Inkompetenz“ und „bewusste Kompetenz“ hin zu „unbewusster Kompetenz“, in der neues Verhalten selbstverständlich geworden ist.