Die Conference of the Parties (COP) ist die Vertragsstaatenkonferenz der Vereinten Nationen zur Umsetzung der internationalen Klimarahmenkonvention (UNFCCC). Seit 1995 treffen sich hier jährlich fast 200 Staaten, um über globale Klimaschutzmaßnahmen zu verhandeln und ihren Verpflichtungen nachzukommen. Die COP gilt als das höchste Entscheidungsgremium der internationalen Klimapolitik. Bedeutende Meilensteine waren das Kyoto-Protokoll (COP3, 1997), das Pariser Übereinkommen (COP21, 2015) sowie aktuellere Diskussionen, beispielsweise bei COP28 in Dubai zur Zukunft fossiler Energien.
Die COP ist weit mehr als ein diplomatisches Gipfeltreffen: Sie bildet einen komplexen multilateralen Verhandlungsprozess um Klimaschutz, Anpassung und Finanzierung. Dabei werden neben den Treffen der Vertragsstaaten auch zahlreiche technische Gremien und Arbeitsgruppen aktiv, wie etwa der Subsidiary Body for Scientific and Technological Advice (SBSTA) und der Subsidiary Body for Implementation (SBI), die vorbereitend und begleitend wirken. Zudem werden oft Nebenabkommen und Protokolle verabschiedet, wie das Pariser Abkommen unter der UNFCCC.
Parallel zu den staatlichen Verhandlungen trägt die COP durch hunderte Side-Events, Panels und Kooperationsformate auch zum globalen Klimadiskurs bei. Hier engagieren sich neben Regierungen auch Nicht-Staatliche Akteure wie Städte, Unternehmen, Finanzinstitutionen und NGOs. Beispiele für solche Initiativen sind die Marrakesh Partnership for Global Climate Action sowie die Race to Zero und Race to Resilience-Bündnisse, die ambitionierte Aktivitäten außerhalb der formalen Verhandlungen fördern.
Für Unternehmen und Organisationen mit Nachhaltigkeitsambitionen ist die COP ein wichtiger Gradmesser: Sie signalisiert, welche Themen, Risiken und Chancen künftig an Bedeutung gewinnen. Dazu gehören zunehmend Bereiche wie Scope-3-Emissionen (Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette), Klimafinanzierung (finanzielle Unterstützung für Klimaschutz und Anpassung, vor allem in Entwicklungsländern), Biodiversität sowie soziale Fragen wie Klimagerechtigkeit und menschenrechtliche Verpflichtungen.
Die COP verdeutlicht aber auch die Herausforderungen internationaler Klimapolitik: Fortschritte sind häufig langsam, da divergierende Interessen von Industrie- und Entwicklungsländern sowie politischen Allianzen Verhandlungen erschweren. Die meisten Beschlüsse der COP sind politisch beratend beziehungsweise beruhen auf freiwilligen Verpflichtungen, etwa den sogenannten Nationally Determined Contributions (NDCs), die die einzelnen Staaten selbst festlegen. Dadurch entsteht oft eine Ambitionslücke („Ambition Gap“) zwischen den notwendigen Handlungsschritten und der tatsächlichen Umsetzung.
Aus Transformationssicht ist die COP daher weniger ein Ort für schnelle Beschlüsse als vielmehr ein Spiegel systemischer Trägheit und kollektiven Lernens. Der eigentliche Wandel findet vor allem auf nationaler und lokaler Ebene statt, wo politische Entscheidungen mit mutiger Umsetzung und innovativen Geschäftsmodellen kombiniert werden müssen.
Deshalb ist die Präsenz bei der COP für Organisationen auch eine Chance, die „Signale“ der internationalen Klimapolitik frühzeitig zu erkennen und strategisch zu nutzen. So entstehen die Märkte der Zukunft, insbesondere dort, wo Unternehmen und Akteure aktiv in Regeneration, Kreislaufwirtschaft und resiliente Geschäftsmodelle investieren.
Impact Business Design unterstützt Organisationen dabei, die komplexen Entwicklungen und Signale aus der COP systematisch einzuordnen und strategisch in Handlungsmöglichkeiten zu übersetzen. Partner und Experten:innen des Impact Design Ecosystem sind regelmäßige Teilnehmende der COPs. Werkzeuge wie der Impact Strategy Navigator helfen, die veränderten regulatorischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Szenarien zu überführen und daraus robuste, enkelfähige Geschäftsstrategien abzuleiten.